• erstellt 22.03.2017
  • aktualisiert 31.08.2017

Angedacht: Ein erfülltes ein gutes Leben

Eine Einladung zur Einübung.

  • Jagt immerzu dem Guten nach,
  • untereinander und gegenüber jedermann.
  • Freut euch!
  • Betet ohne Unterlass!
  • Dankt in jeder Lage!
  • Das ist Gottes Wollen in und für euch,
  • das er in Jesus Christus möglich gemacht
  • euch gezeigt und offenbart hat.
  • Hindert seinen Geist nicht!
  • Verachtet weises Reden nicht!
  • Prüfet alles, das Gute aber behaltet!
  • Und meidet das Böse in jeder Gestalt!
  • Gott selbst wird euch helfen,
  • ein solch geheiligtes Leben zu führen.
  • Er ist treu und wird euch ans Ziel bringen.
  • Gott bewahre Euch an Leib, Geist und Seele.

Wie soll das denn im Alltag gehen? Das ist besten­falls ein Ideal von Le­benspraxis, wohl eher aber ei­n überkommener Tugendkatalog, eine kirchliche Moralpredigt, eine per­sön­liche Zu­­mutung von jemandem, der von mir als Mensch und vom wirk­lichen Le­ben keine Ahnung hat. Letzt­lich hat die­ser Pau­lus doch auch nur gut re­den!

Was aber wäre, wenn es hier um ein wirksames Sein und nicht um ein von wem auch immer erwartetes Sol­len ginge? Was wäre, wenn ich im Auf und Ab der Tage tatsächlich genau so le­ben könnte? Was wäre zu tun, was zu lassen? Und wie ginge das dann konkret, wie kä­me ich überhaupt dahin?

Spirituelle Übung sucht auf diese Fragen eine prak­ti­sche Ant­wort zu geben, ganz gleich ob es sich dabei um körperliches Erproben, aufmerksames Erleben oder verbalen Erfahrungsaustauch geht. Hier gehe ich den Fragen meines Lebens auf den Grund. Denn in geistiger wie leiblicher Übung komme ich in Kontakt mit mir selbst und dann auch mit dem, was mir Grund und Halt gibt.

Em­pfindsam spü­re ich den Re­gun­gen des Lebens nach. Acht­sam schau­e ich hin, was und wie mir et­was be­gegnet. Wach und unvor­ein­genommen gehe ich durch den Tag, der mir zum Übungsfeld wird. Dankbar erlebe ich mich nun gemeinsam auf dem Weg mit anderen. Allseits verbunden erfahre ich mich vom Grun­de her an­genommen.

Und so kann auch ich annehmen, was und wie mir etwas begegnet in Freude und Leid gleichermaßen. Spürbar von Gott geliebt, stehe ich offen, also wün­schend, hoff­end und fragend im Le­ben, welches zur Entfaltung kommen möchte in mir, mit mir und durch mich.

Einfach geworden in Gottes Wollen kann nun auch mein Wollen und Handeln ein­fach werden in Gott.

© Johannes Wirths