• erstellt 26.04.2004
  • aktualisiert 21.11.2016

Leitbild

 

 
 
Leitbild der Evangelischen Kirchengemeinde Siegburg
 
Grundsätzlicher Teil
 
„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat“
 
Dieser Satz des Römerbriefs (Kapitel 15, Vers 7) fasst das Anliegen des christlichen Glaubens zusammen: Gott nimmt den Menschen an, wie er ist, ohne Ansehen seiner Leistungen oder Schwächen. Daraus folgt, dass wir unsern Mitmenschen mit ebensolchem Respekt und mehr noch, mit Nächstenliebe begegnen wollen.
Die Evangelische Kirchengemeine Siegburg steht für die Überzeugung, dass für den Einzelnen wie für die Gemeinschaft Leben besser gelingt, wenn sich Menschen als Kinder Gottes begreifen und einander zugestehen, dass sie von Gott mit gleicher Würde - Gottesebenbildlichkeit – ausgestattet sind.
Die Evangelische Kirchengemeinde Siegburg will das Vertrauen in Gottes Gegenwart und Zuwendung stärken, Menschen auf der Suche nach Glauben Anregungen geben und so helfen, Spuren Gottes im Leben zu entdecken. Es ist ihre Aufgabe, die Menschen immer wieder daran zu erinnern, was ihnen Halt, Sinn und Trost gibt.
Gott hat die Menschen zur Freiheit berufen (vgl. Galater 5, Vers 1). Die Freiheit im Glauben und im Miteinander gelingt, wenn wir uns an den Worten und Taten Jesu orientieren, wie sie in der Bibel überliefert sind. Jesus hat Menschen miteinander und mit sich selber versöhnt und zu neuen Schritten ermutigt, weg von Angst und Zwängen; er hat zur Nächsten-, ja zur Feindesliebe aufgerufen und Wege des Friedens gewiesen. Er hat dabei aber ebenso gezeigt, dass das nicht geht, ohne einander auch die Wahrheit zuzumuten und Konflikte und Schmerzen auszuhalten. Seine Beispielgeschichte vom Barmherzigen Samariter (Lukas 10) ist Sinnbild für Hilfsbereitschaft und Einsatz für Benachteiligte.
Die Zuwendung Gottes gilt nicht nur dem Menschen, sondern der ganzen Schöpfung. Daraus folgt, dass die Kirchengemeinde Siegburg in ihrem Handeln immer auch die Auswirkung auf die Umwelt im Auge behalten muss.
Die Evangelische Kirchengemeinde möchte Orientierung anbieten. Sie will ihre Botschaft im Gottesdienst deutlich machen und auch in die weitere Öffentlichkeit bringen. Ihre Hauptaufgabe ist die Stärkung und Ermutigung der Menschen, aus der Freiheit des Glaubens zu leben und sich im Alltag als Christen zu bewähren. Dazu gehört sowohl die Seelsorge und Diakonie für Einzelne wie auch der Einsatz in gesellschaftspolitischen Fragen im regionalen Umfeld (wie z. B. Erhalt des freien Sonntags oder Hilfe für Flüchtlinge.) Als einladende Gemeinde wirkt sie dabei nach innen wie nach außen.
 
Umsetzung des Leitbildes: Profilelemente
 
Auferstehungskirche / Gemeindezentrum Annostraße
 
Der Kernsatz des Leitbildes „Nehmet einander an, wie Christus euch angenommen hat“ wird im Gemeindezentrum Auferstehungskirche auf zwei formalen Ebenen umgesetzt, und zwar als Stadtkirche und als Bezirkskirche.
 
Dazu gehören folgende Profilelemente:
 
1.    Offene Kirche / Stadtkirchenarbeit
-      Öffnung der Kirche (wochentags, von dienstags bis samstags)
-      Offenheit gegenüber Menschen aller Glaubensrichtungen
-      Dialogbereitschaft/-fähigkeit
-      Offenheit für Menschen über die Stadtgrenzen hinaus
-      Dach für andere Gruppen wie AA, Johanniter, Asyl-/Flüchtlingsinitiative, Aktive Senioren
-      Kreiskirchliche Aktivitäten
-      Dialog von Kirche und Kunst (Ausstellungen)
-      Buchladen mit christlicher Literatur u.a.
-      Gesprächsangebote durch regelmäßige Präsenz Ehren- oder Hauptamtlicher
 
2.    Angebote für unterschiedliche Zielgruppen
-      Musik (Kantorei, Gospelchor, Aufführungen …)
-      Jugend (Gruppen, Gespräche, Teestube, Freizeit, offene Arbeit)
-      Konfirmanden-/Projektarbeit
-      Senioren
-      Kinder (Kindertagesstätte, Spielgruppen, Freizeit)
-      Kunst + Kultur (z.B. Ausstellungen)
-      Ökumenische Gesprächskreise und Projekte (z.B. Nacht der Kirchen)
-      Meditation
 
3.    Differenzierte gottesdienstliche Angebote
-      Gottesdienste unter Beteiligung unterschiedlicher Gruppen
(Konfirmanden- und Schulgottesdienste, Kinderchorprojekte, u. a.)
-      Familien- und Taufgottesdienste
-      Gemeindefeste
-      Reisesegengottesdienst
-      Osternacht
-      Ökumenische Gottesdienste
-      Gottesdienste in neuer Gestalt mit Symbolen
(Kreuzweg, Adventsgarten u.a. etc.)
-      Thematische Gottesdienste aus besonderem Anlass (Bibelwoche, Israelsonntag, Jahrestage, Jubiläen, Fernsehgottesdienst u.a.)
 
4.    Persönliche Bindungen/Beziehungspflege
-      Feier des Abendmahls
-      Feiern im Anschluss an einen Gottesdienst
-      Gelebte Gemeinschaft
-      Seelsorge
-      Kasualien
 
Formal sind diese Profilelemente nur möglich durch eine unterstützende und einladendeAtmosphäre im Blick auf Umgang und Räumlichkeiten, Motivation und Empathie der Hauptamtlichen, terminliche Flexibilität, Offenheit, Zusammenarbeit, Toleranz, Lebensnähe, Beteiligungsmöglichkeiten, Konfliktfähigkeit, Identifikation, Vertrauen und gegenseitige Akzeptanz.
 
Mit dem 2013 abgeschlossenen Umbau und Ausbau des Foyers der Auferstehungskirche sowie der Erweiterung und Umgestaltung des Kirchplatzes hat das Presbyterium eine wesentliche Grundlage geschaffen, um die Profilelemente als Stadtkirche im Zentrum Siegburgs weiter zu stärken.
 
 
Gemeindezentrum Erlöserkirche
 
Der Kernsatz des Leitbildes „Nehmet einander an, wie Christus euch angenommen hat“ wird im Gemeindezentrum Erlöserkirche insbesondere durch drei Profilelemente mit Leben gefüllt: Persönliche Beziehungen, Familienkirche und Eigenverantwortung.
 
1.    Persönliche Beziehungen
-          Gemeinschaft spüren und erleben
-          Unterschiedliche Interessen ansprechen und Menschen einbeziehen
-          Persönliche Kontakte und Nähe
-          Sprachfähigkeit des persönlichen Glaubens stärken
-          Freiräume lassen, den eigenen Glauben zu entwickeln
-          Alltägliche Begegnungen
-          Soziale Netze schaffen
 
2.    Familienkirche
-          Begegnung von Familien mit Kindern
-          Zuhause für Große und Kleine
-          Kindertagesstätte / Familienzentrum als Teil der Gemeinde erleben
 
3.    Eigenverantwortung
-          Gemeinsame Verantwortung in der Organisation des Gemeindezentrums
-          Gruppenübergreifender Abstimmungs- und Erfahrungsaustausch
 
 
Gestaltungsorte und - formen dieser drei Profilelemente sind: Krabbelgruppen, Tauffeiern, Kindertagesstätte, Kleinkindergottesdienste, Kindergottesdienst, Schulgottesdienst, Kindergruppe, Konfirmandengruppe, Jugendgottesdienst, Familiengottesdienst, Waldgottesdienst, thematische Gottesdienste, Chor Cantabile, Posaunenchor, Gesprächskreis für Frauen, Turnen, Nähen, Musizieren , Behindertentreff, Seniorentreff, Ausflüge, Feiern und Feste sowie Beziehungen zum Umfeld (Schulen, Ökumene).